oppmann

oft abgewandelt, aber, wenn es schön zweckmäßig ist, immer auf der Grundlage der schmalen hohen Flötenform entwickelt (franz. la flûte). Auch das tulpen- und apfelförmige Glas geben den Perlen Raum genug, um aufzusteigen. Der Sektkelch ist ein sich nach unten schlank verjüngender Kopf stehender Kegel mit Fuß.

Eine Schaumweinschale ist abzulehnen; denn sie kann ihrer Weite wegen den Schaum nicht halten und ist zu flach, um das Spiel der Perlen zu zeigen. Das Bukett verfliegt, ohne dass die weite Öffnung in eine Relation zur Nase gebracht werden kann, die aus dem Kelch oder dem sich am oberen Rand einwärts neigenden Glas letzte Feinheiten aufnimmt. Nur der Asti spumante verträgt wegen seines starken Muskatellerbuketts und –geschmacks die Schale, und andere aromatische Qualitätsschaumweine ebenso.

Früher gab es Flötengläser, die so klein waren, dass sie nur einen normalen Schluck fassten. Es gab dadurch niemals warmen Sekt sondern nach diesem einen Schluck goss der Diener, der hinter jedem Gast stand, aus der eisgekühlten Flasche nach. Da es aber die Diener nicht mehr gibt, haben die winzigen Flöten ihr Leben aushauchen müssen.

Schaumweingläser sind wahrscheinlich älter als der Schaumwein; doch spricht manches dafür, dass die Engländer die Schale (la coupe, ital. la tazza) um 1663 eigens für schäumenden Wein bestimmten, während sie aus dem Flötenglas (la flûte) bislang Ale getrunken hatten. Dies war wahrscheinlich der Grund, weshalb man die flûte zunächst nicht für den schäumenden Wein akzeptierte; aber bald setzte sie sich durch. Trotzdem ist die Schale immer wieder zum Leben erwacht – aber das ist eine andere Geschichte, und sie hängt in unserer Zeit gewiss mit dem Vordringen von Cocktails und anderen Bargetränken zusammen.

Obgleich die Formen stark variieren, haben sich für den Inhalt doch Standardmaße entwickelt: